Ein Container geht auf Reisen!


Das Team stellt sich vor!                                4. Mission Mindoro 2017


Surgical Mission Saarland e.V. erstmals in Afrika im Einsatz! Mission Malawi 2017

 

2015 hatte Surgical Mission Saarland e.V. die Möglichkeit Herrn Dr. Götzke bei einer Versammlung des Missionsfördervereins Kutzhof kennenzulernen. Herr. Dr. Götzke ist Generaldirektor der Fondation Ste Zithe aus Luxembourg. Mit sehr beeindruckenden Bilder stellte er die Arbeit der Ordensschwestern in Malawi Namitete vor. Dort betreibt die Fondation das St. Gabriel‘s Hospital.

 

Schnell kamen wir ins Gespräch und in unseren Köpfen wuchs der Wunsch nach einer Mission in Malawi.

 

Viele E-Mails, Telefonate und Treffen später steht fest, dass wir neben unserer Arbeit im asiatischen Raum nun auch nach Afrika aufbrechen werden.

 

Was als Surgical Mission (chirurgische Einsatz) 2012 begann wird durch die wachsenden aktiven Mitglieder in seinem Betreuungsspektrum immer größer. Neben der primären Arbeit Menschen Operationen zu ermöglichen, die sie sich sonst nie leisten könnten, sind wir stolz auf unsere Diabetes-Projekte, Schulungen von Krankenhauspersonal und nun auch eine geburtshilfliche  Mission in Malawi Afrika.

Für knapp 4 Wochen wird unsere Hebamme Astrid Kany nach Namitete aufbrechen um dort schwangere Frauen zu betreuen, Frauen während der Geburt zu begleiten und mit der ‚Rolling Clinic‘ die Familien in ihrem zu Hause zu besuchen. Daneben steht auch hier die Schulung des Krankenhauspersonals bei geburtshilflichen Notfällen mit auf dem Plan. Somit können wir eine Nachhaltigkeit unsere Arbeit sichern. Wir freuen uns sehr auf dieses Projekt und warten gespannt auf die Berichte und Bilder der ersten Mission unseres Vereins in Afrika!

 

www.stgabrielshospital.org

 


Arbeiten in einer anderen Welt!

Hier ein kleiner Einblick in unsere Arbeit in Afrika! 


3. DiabetesMissionSiquijor, November/Dezember2016

Vom 22. November bis zum 9. Dezember 2016 waren Bernd und Ulla Decker erneut für eine Diabetes Mission auf der philippinischen Insel Siquijor.

Nachdem wir im März Diabetesscreening und Schulung für Patienten an allen Healthcenter der Insel angeboten hatten, sind wir der Bitte der Krankenpflegekräfte nach einer weiteren Fortbildung nachgekommen.

Das Department of Health möchte gerne flächendeckend Diabetes & Hypertension Clubs für Patienten einsetzen, doch vielen Pflegekräften fehlt es an Wissen für die Aufklärung der Patienten und wie man Prävention durchführen könnte.

Ganz besonders lag uns das Erkennen einer Polyneuropathie am Herzen, um Patienten aufklären zu können, wie man sich bei Gefühlsstörungen in den Füssen verhalten soll.

Leider mussten wir in den beiden vorherigen Aufenthalte sehen, welche Konsequenzen kleine Verletzungen an den Füssen, durch mangelnde Behandlung haben. Da weder gute Schuhe noch entsprechendes Material zur Wundversorgung vorhanden sind, muss der Fokus auf einer guten Prävention liegen. Hier wollen wir den Fokus der Behandelnden schärfen.

Seit März 2016 leiten wir in Deutschland gespendetes Insulin nach Siquijor weiter. Wir nutzen in Deutschland unser Diabetesnetz, um Insuline, welches von Patienten nicht mehr gebraucht werden, an entsprechende Patienten weiter zu leiten. Viele Sozialstationen und Diabetesschwerpunktpraxen sammeln für uns.

Eine Insulintherapie ist für die meisten Patienten, auch wenn sie dringend nötig ist, nicht finanzierbar.

Zum Thema Insulintherapie wurden die Pflegekräfte ebenfalls weitergebildet.

Wir haben einige Patienten besucht, die wir bereits kennen. Eine von ihnen ist Frau Bernadette Zarate, die leider aufgrund eines schweren Diabetischen Fußsyndroms im November 2014 von den Chirurgen der Surgical Mission unterschenkelamputiert werden musste. Wir konnten durch Geldspenden 2015 einer Unterschenkelprothese finanzieren, mit deren Hilfe sie ihren Haushalt weiterführen kann und die Familie bedingt bei Feldarbeit unterstützt.

Wir unterstützen auch weiterhin die Töchter der Familien Zerate und Callao (siehe Bericht 2014), indem wir das Schulgeld für die berufliche Ausbildung übernehmen.

 

Bilder folgen!


Mit gleich zwei wunderbaren Aktionen wurde in der Weihnachtszeit 2016 unser gemeinnütziger Verein Surgical Mission Saarland e.V. unterstützt.

Bad Peterstal-Griesebach

Zum einen hat Friseurmeisterin Sarah Flaith in ihrem eigenen Salon in Bad Peterstal-Griesebach im Jahr 2016 auf kleine Weihnachtspräsente für Ihre Kunden verzichtet und stattdessen die dafür geplanten 500 Euro an Surgical Mission Saarland e.V. gespendet! Zusätzlich hat Sie unter dem Motto: „Weihnachten – Die schönste Zeit des Jahres – Leider nicht für alle Menschen auf der Welt“ zu freiwilligen Spenden aufgerufen und Informationsmaterial über das Engagement ausgelegt, um Ihre Kunden über unsere Arbeit zu informieren. Somit konnten Sie unglaubliche 760 Euro an Anke Huber-KiIgus und Walter Huber von Surgical Mission Saarland e.V. überreichen.

 

Dieser Unterstützung schlossen sich dann auch Rita und Norbert Räpple von dem Hotel Garni "Café Räpple" in Bad Petersberg-Griesbach an. Beide entschlossen sich lieber dem Verein zu Spenden als ihre Kunden zu Weihnachten zu bescheren. 500 Euro konnten so übergeben werden. Und womit wir nicht gerechtet haben: Rita und Norbert Räpple legten noch weitere 500 Euro privat drauf!

 

Walter und Anke konnten insgesamt also 1760 Euro für unsere Patienten entgegennehmen!

 

Das Ehepaar Anke Walter-Kilgus und Walter Huber waren bereits zweimal auf den Philippinen im Einsatz. Anke als OP-Fachpflegerin und Walter übernahm als gelernter Bademeister und Masseur alle anfallende Aufgaben im Bereich Steri. Danke liebe Anke und lieber Walter, dass ihr in eurem Heimatort Bad Peterstal ordentlich Werbung für unseren Verein und unsere Arbeit auf den Philippinen gemacht habt!

 

Wir bedanken uns bei allen Spendern, sowie Frau Sarah Flaith und Rita und Norbert Räpple für ihre mehr als großzügige Unterstützung und garantieren, dass jeder Cent bei unseren hilfsbedürftigen Patienten ankommt.  


Medizinische Hilfe für die Not leidende Urbevölkerung

Ehepaar Anke und Walter Huber vor Ort auf den Philippinen

Von Fred-Jürgen Becker, Bad Peterstal

Bad Peterstal-Griesbach. Über ihren ehrenamtlichen medizinischen Einsatz für die Not leidende Bevölkerung auf der philippinischen Insel Mindoro berichtete das Ehepaar Anke und Walter Huber am Samstagabend im gut besuchten Kulturhaus.

 

Zu den Ehrengästen zählten eine Gruppe des Trägervereins „Surgical Mission Saarland e.V.“ sowie Bürgermeister Meinrad Baumann, David Orthmann, kaufmännischer Leiter der Mediclin Schlüsselbad-Klinik und Angehörige und Arbeitskollegen des Ehepaars Huber. Auch wurde mit Freude die Anwesenheit von vier jungen Damen von den Philippinen vermerkt, die in Deutschland eine Ausbildung im pflegerischen und medizinischen Bereich anstreben.

 

Dass Mitbürger aus der Gemeinde sich bei internationalen Hilfseinsätzen „um Menschen in Not“ kümmern, erfülle ihn mit Freude und Stolz, brachte Bürgermeister Meinrad Baumann in seiner Begrüßung zum Ausdruck. Zu Beginn stellte Christian Motsch als zweiter Vorsitzender des Vereins „Surgical Mission (Operationseinsatz)“ Ziele, Aufgaben und die bisherigen Missionen vor. Ausgangspunkt sei der verheerende Tsunami 2012 auf den Philippinen gewesen. Damals sei in erster Linie auch medizinische Hilfe für die Bevölkerung lebensnotwendig gewesen. Im Anschluss wurde vom 1. Vorsitzenden des Vereins Surgical Mission Saarland e.V. die Zusammenarbeit und Kooperation des Vereins mit den German Doctors und die Versorgung der Ureinwohner durch German Doctors in ihren Dörfern berichtet.

Dem Team aus dem Saarland schlossen sich auch die gebürtige Saarländerin und Operationsschwester Anke Huber-Kilgus und ihr Ehemann, der Masseur und medinzinische Bademeister Walter Huber an. Sie hatten nun vom 19. Februar bis 12. März ihren zweiten Einsatz auf den Philippinen. Auf der Insel Mindoro befindet sich auch die Minderheit der Ureinwohner. Sie leben in großer Armut und ohne jegliche medizinische Versorgung. Der Verein hat es sich nun zur Aufgabe gemacht, mit entsprechenden Einsätzen direkt vor Ort tätig zu sein. Zweiter Vorsitzender Christian Motsch hob die drei Säulen hervor, auf denen die Missionen stehen. Zuerst ist es die direkte medizinische Hilfe an den Menschen in vielerlei Hinsicht. Aber auch die Weiterbildung für die philippinischen Ärzte, Krankenschwestern und Hebammen sehen sie als ganz wichtige Aufgabe. Hinzu kommt noch die Ausbildung von Helfern und Gruppen in erster Hilfe und medizinischer Erstversorgung.    

 

Von den Vorbereitungen mit Versendung von Operationsgeräten, Medikamenten und anderen wichtigen Gerätschaften über den langen Flug über elftausend Kilometer bis zur Ankunft auf Mindoro berichteten Anke und Walter Huber dann vom Alltag ihres Einsatzes. Aufbau und Ausrüstung der beiden Operationssäle, des Untersuchungsraumes, des Aufwachraumes und der Ambulanz musste das Team alles in Eigenarbeit selbst bewältigen. Die Unterbringung des OP-Zentrums im baufälligen Rathaus ist keine Seltenheit. Unterstützung im Vorfeld und in der Nachsorge erfuhren sie von den „German Doctors“, einer weltweit tätigen ärztlichen Hilfsorganisation. Ihre Schilderungen waren mit vielen Bildern in einer Präsentation belegt worden. Sowohl die Texte als auch die Bilder waren alle tief beeindruckend, meist auch bewegend. Alle vier Vortragenden verstanden es aber mit großem Einfühlungsvermögen, einen Einblick in das Leben der Menschen dort zu geben. Deren Leben ist von großer Armut und ohne jegliche soziale Versorgung geprägt. Krankenversicherung ist für die Menschen dort nicht bezahlbar, deshalb haben die meisten auch keine. In Krankenhäusern und in Ambulanzen sitzt der Kassier an der Pforte. Nur wer bezahlen kann, wird behandelt. Wenn das Team aus Deutschland da ist, warten die Menschen dort oft den ganzen Tag, und zwar geduldig, bis sie an die Reihe kommen. Niemand ist mürrisch oder quängelt gar. Auch die Kinder verhalten sich angemessen, haben allerdings auch oftmals Angst vor der Behandlung, da sie meist noch nie einen Arzt gesehen hatten. Eines aber haben alle gemeinsam, sie sind unendlich dankbar für die Hilfe, die sie von den Medizinern aus Deutschland erfahren.

Bemerkenswert ist noch die Geburtsstation gewesen. Die Hebamme im Team hatte während des Aufenthalts viel zu tun, zahlreichen Babys half sie auf die Welt.

 

Die Referenten hätte noch stundenlang berichten können. Ihr zweieinhalbstündiger Vortrag mit Pausen war jederzeit hoch interessant und führte die Anwesenden in eine völlig andere Welt. Vor dem Elend, der Armut und der schlechten Versorgung auf allen Gebieten erscheinen einem die „Wehwehchen“ im reichen Europa beschämend.

 

 

Der Verein, bei dem alle ehrenamtlich im Einsatz sind und die einen Großteil ihres Urlaubs im Team verbringen, ist deshalb auf großherzige Sponsoren und Spender angewiesen. Der Eintritt für den Abend sowie die kleinen Erfrischungen mit Getränken und einem Imbiss waren kostenfrei. Jedoch wurde Etliches in die bereit gestellten Kässchen und Körbchen gegeben.

Über ihren ehrenamtlichen medizinischen Einsatz auf der philippinischen Insel Mindoro berichtete am Samstagabend im Kulturhaus das Ehepaar Walter und Anke Huber (links). Mit dabei waren neben Bürgermeister Meinrad Baumann (rechts) auch die Vorstände und Mitarbeiter von „Surgical Mission“ aus dem Saarland, (von links) Christian Motsch, Sonja Faust und Franz-Josef Bermann. Hinten freuen sich vier junge Damen von den Philippinen, die gerade ein Praktikum in Deutschland machen, über die Präsentation ihrer Heimat: (von links) Leah, Aivyl, Catherine und Donnabelle.

Mit großer Freude nahmen 2. Vorsitzender Christian Motsch, Anke Huber-Kilgus, Sonja Faust vom Team, Walter Huber und 1. Vorsitzender von „Surgical Mission“ Franz-Josef Bermann den Scheck über eintausend Euro entgegen. Diese großzügige Spende hatte der Vortragsabend am Samstag im Kulturhaus eingebracht.


Mission Mindoro 2016 - Operationen für Mangyan und Lowlander 

Am 19.2. 2016 startet bereits die 3. Surgical Mission Mindoro. Wir starten in Frankfurt, von da aus geht es über Hong Kong, Manila, Calapan nach Roxas, ein kleines Städtchen mit ca 50.000 Einwohner.

 

Vor Ort erwarten uns dort ca. 100 Patienten, welche dringend eine Operation benötigen.

 

Das Personal von German Doctors hat die Patienten gescreent und eine Vorauswahl getroffen. Mit German Doctors arbeiten wir seit 2014 zusammen. Sie übernehmen die Vorauswahl der Patienten und die Nachversorgung. Am ersten Tag der Mission werden wir die Patienten nochmals screenen und entscheiden welche wir operieren können. Hauptsächlich werden wir Schilddrüsen, Weichteilbrüche (Hernien), Fettgeschwülste (Lipome) operieren, außerdem werden wir die Notfallversorgung mit übernehmen.

 

German Doctors kümmert sich kontinuierlich um die Ureinwohner, die sog. Mangyan und die Lowlander der Insel Mindoro. Somit ist sichergestellt, dass wir ausschließlich die arme Bevölkerung medizinisch behandeln, die sich keine Operation leisten können.

 

Um Nachhaltigkeit zu schaffen, werden wir zusätzlich Schulungen in Notfallmanagement und kardiopulmonaler Reanimation anbieten. So ist eine adäquate Versorgung auch sichergestellt, wenn wir nicht vor Ort sind. Die Schulungen sind besonders für das Personal von German Doctors und des Krankenhauses eine wichtige zusätzliche Komponente um kontinuierlich die medizinischen Standards auf den Philippinen zu verbessern.

 

Wir werden mit dem bisher größten Team anreisen, alle „Hotels“ (insgesamt 2) sind von uns gebucht. Zum Team zählen, 4 Ärzte, 1 Hebamme, 1 Medizinstudent, 6 Krankenschwester und –pfleger und 1 Masseur.  Der Masseur wird unter anderem die Aufbereitung des Sterilgutes übernehmen.

 


Diabetes Mission Siquijor 2016

Vom 10. bis 30. März 2016 werden Bernd und Ulla Decker erneut ein Diabetes Projekt auf der Insel Siquijor durchführen.

 

Auf den Philippinen war Diabetes bis vor wenigen Jahren noch keine bedeutende Krankheit. Inzwischen spricht man jedoch von einer nationalen Geißel. Schätzungsweise drei Millionen Menschen sind dort bereits erkrankt. Eine Zahl, die sich voraussichtlich bis 2030 verdoppeln wird.

Diabetes wird bereits heute als neue Epidemie bezeichnet. 80% der Betroffenen leben in Entwicklungsländern. Dieses enorme Ausmaß ist auch armutsbedingt.

Durch die fortschreitende Industrialisierung des Landes arbeiten viele Menschen zunehmend in Jobs ohne ausreichende körperliche Bewegung. Nach wie vor leben aber 60% der Menschen von weniger als zwei Euro pro Tag. Das reicht nicht aus für eine ausgewogene Ernährung, wodurch die Menschen immer mehr billiges Fast Food essen. Eine Coca Cola kostet auf den Philippinen meist weniger als eine Flasche Wasser, Garküchen und Süßigkeiten sind um einiges billiger als frisches Obst und Gemüse vom Markt. Die Folge dieser Kombination aus Fehlernährung und zu wenig Bewegung ist ein deutlich höheres Risiko für einen Typ 2-Diabetes.

Durchschnittlich erkranken die Menschen im ostasiatischen Raum 20 Jahre eher an Diabetes als in Europa. Diabetes ist inzwischen zu einer der Hauptursachen für bleibende Behinderungen geworden. Laut WHO könnten durch Früherkennung und eine angemessene Behandlung die Hälfte aller Amputationen der unteren Gliedmaßen verhindert werden.

Der Zusammenhang zwischen schlechter Ernährung und Diabetes ist den meisten Philippinos nicht bewusst und viele wissen gar nicht, dass sie bereits an Diabetes erkrankt sind. An diesem Punkt setzt unsere Arbeit an.

Während unserer Zeit auf Siquijor werden wir täglich an unterschiedlichen Orten der Insel ein Diabetesscreening mit anschließendem Informationsvortrag durchführen.

 

Medikamente sind für die meisten Philippinos unerschwinglich, deshalb ist Prävention und Aufklärung besonders wichtig. 

Diabetesscreening 2014
Diabetesscreening 2014

Es ist soweit - Wir führen das "e.V." im Namen!

Noch bei der ersten Mission 2012 hätte keiner geglaubt, dass wir einmal ein gemeinnütziger Verein werden.


Am 17. Oktober 2015 wurde die Vereinsgründung offiziell gefeiert.

Die Vereinsgründung wird unsere Arbeit insofern erleichtern, als dass wir nun offizielle Inserate schalten dürfen, offiziell in der Öffentlichkeit vertreten sein können und so mehr Menschen erreichen und für unsere Arbeit begeistern können. Auch hoffen wir, dass sich mehr Menschen wohler dabei fühlen, uns sowohl Sach- als auch Geldspenden zukommen zu lassen, da nun ein Vereinskonto besteht und wir als gemeinnütziger Verein verpflichtet sind, keine Gewinne zu machen. Das bedeutet, alles geht direkt den bedürtigen Menschen zu - wie auch bereits vor der Vereinsgründung :)

 

Wer uns als aktives oder passives Mitglied unterstützen möchte, findet hier unsere Satzung sowie das Anmeldeformular.


Freiwillige Hilfe in der Hebammenambulanz im Flüchtlingslager Lebach beendet

Mit Bedauern müssen wir mitteilen, dass die Arbeit unserer Hebamme Astrid Kany im Flüchtlingslager in Lebach zu Ende geht. Ihre Beweggründe hat Astrid in einem Statement festgehalten.


Dir, liebe Astrid, danken wir sehr für dein übermäßiges Engagement und die tolle Arbeit in Lebach, die als Vorreiter bundesweit gilt.


"Liebe Freunde, Unterstützer, liebe Flüchtlinge!

Vor nunmehr 11 Wochen war ich das erste Mal in Lebach und habe direkt begonnen schwangere Frauen zu betreuen. Bereits am folgenden Tag haben wir (Surgical Mission Saarland e.V.) Infoblätter in 6 verschiedenen Sprachen ausgehängt, damit die Frauen wussten wann wir da sind.


Dieses wurde auch direkt von den Menschen angenommen und haben sich auf die Zeiten der Hebammenambulanz eingelassen. In der Folgezeit kamen eine Handvoll wunderbare Hebammenkolleginnen zusammen und wir haben schnell und unbürokratisch unsere Arbeit weiter ausgebaut.
Nun habe ich mich mit vielen Tränen dazu entschlossen meine Arbeit im Flüchtlingslager in Lebach abzugeben.
Ich möchte klarstellen, dass meine Entscheidung nichts mit unseren neuen Mitmenschen (Flüchtlinge) zu tun hat, sondern vielmehr mit den ‚neuen Strukturen‘, der Bürokratie und den Behörden!
Es war eine unbeschreibliche Zeit, voller Freude, viel Arbeit, erstaunlichen Menschen und viele schlimme Erzählungen von den Flüchtlingsfamilien, die ich betreuen durfte!
Doch all dies hat mich zunächst nicht davon abgehalten meine Arbeit in Lebach zu beenden.
Ich bin jetzt seit 14 Jahre als Hebamme tätig und ich möchte mir von niemandem vorschreiben lassen, wie ich meine Arbeit auszuüben habe, wen ich betreuen darf und wen nicht. Jeder, der meine Hilfe als Hebamme, Midwife, Sage-femme oder قابلة benötigt und auch wünscht bekommt diese!

Ich arbeite in Lebach unter den gleichen Prinzipien wie in meinem angestellten Verhältnis in der Klinik, bei meiner Freiberuflichkeit, zum Beispiel als Kursleiterin, bei meinen Hausbesuchen, bei den Sprechstunden und als Dozentin bei DRK, sowie bei meinen Auslandseinsätzen: verantwortungsvoll, familienorientiert, geduldig und professionell. Wenn ich feststelle, dass das Kindeswohl (wie es immer von den Jugendämtern umschrieben wird) gefährdet ist, handele ich. Wenn Familien meine Hilfe benötigen versuche ich so schnell wie möglich Lösungen zu finden. Und das schaffe ich nun schon seit fast 15 Jahre ohne die Hilfe der Ministerien sehr gut.
Ich weiß, dass unsere Familien weiterhin gut durch meine Kolleginnen in Lebach versorgt sind. Daher kann wenigstens in dieser Hinsicht mit einem guten Gefühl gehen. Doch meine Enttäuschung und der Frust sind groß und werden noch anhalten.

Ich danke Gott für diese unbeschreibliche Zeit! Ich bedanke mich, dass ich so viele wunderbare Menschen kennenlernen durfte!
Ein großes Dankeschön an alle, die uns unterstützt haben, für alle Spenden die immer direkt bei unseren Familien angekommen sind!
Ich danke meiner Familie und meinen Freunden, dass ihr mich bei dieser Zeit unterstützt habt und so viel Verständnis dafür hattet, dass meine Flüchtlinge so viel Zeit in Anspruch genommen haben und ihr trotz meines Zeitmangels an meiner Seite gestanden habt!

Denen die weiter arbeiten wünsche ich alles Gute und viel KRAFT!

Eure Hebamme Astrid"